Das Projekt

wird hier im Einzelnen beschrieben:

Die Studie

Der vollständige Titel der Studie lautet: 

"Ge-Kom" - Gelingende Kommunikation im Alter
Aktivierung von Potentialen älterer Menschen durch altersgemischte Kommunikation im Unternehmen und im sozialen Umfeld – empirisch gestützte und partizipativ entwickelte praxistaugliche Handlungsempfehlungen

Wir untersuchen Gespräche, die jüngere und ältere Menschen mit gleichaltrigen Gesprächspartnern führen und vergleichen sie mit altersgemischten Gesprächen, in denen sich jeweils ein ein jüngerer und ein älterer Partner miteinander unterhalten. Wir möchten herausfinden, welche Faktoren für die Kommunikation im beruflichen oder im privaten Umfeld, gerade zwischen „jung und alt“, eher förderlich sind und welche Faktoren den Austausch eher beeinträchtigen. Die Analysen und Vergleiche sollen uns zu Empfehlungen für eine gelingende Kommunikation führen. Inwieweit unsere Empfehlungen dann der Einschätzung aller Teilnehmer entsprechen, wollen wir am Ende der Studie mit ihnen diskutieren.

Der Hintergrund

Die außerfamiliäre Kommunikation zwischen Generationen wird in der Forschung bislang kaum betrachtet, spielt jedoch sowohl in der unternehmerischen (wirtschaftswissenschaftlichen) als auch der gesundheitswissenschaftlichen Perspektive eine wesentliche Rolle und zeigt sich als Schlüssel zur erfolgreichen Teilnahme am beruflichen und sozialen Leben.

In den Unternehmen:
In Zeiten des demographischen Wandels nimmt der Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft insgesamt und u.a. durch die verlängerte Lebensarbeitszeit und den Fachkräftemangel auch bei den Erwerbstätigen zu.

In Unternehmen bedarf es angesichts von Altersheterogenität einer gelingenden Kommunikation, um die unterschiedlichen Stärken der Generationen erfolgreich zu verbinden.

Im sozialen Umfeld:
Im sozialen Umfeld dient gelingende Kommunikation zur Gestaltung zufriedenstellender sozialer Kontakte und Beziehungen sowie zur Ausbildung einer positiven Altersidentität.

Bislang stehen in der Forschung die Kommunikation älterer kranker Menschen (z.B. mit Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal) sowie familiäre Kontakte im Mittelpunkt der Betrachtungen. Die Alltagskommunikation außerhalb der familiären oder gesundheitsbezogenen Bereiche wurde bislang nicht untersucht.

Die Fragen
  1. Welche Merkmale kennzeichnen außerfamiliäre, intergenerationelle Kommunikation?
  2. Welche Probleme können dabei auftreten? Welche Merkmale kennzeichnen gelingende Kommunikation?
  3. Wie können diese Probleme vermieden bzw. die Kommunikation verbessert werden?
Die Durchführung
  1. Aufzeichnung von Gesprächen mit jeweils zwei Teilnehmern in zwei verschiedenen Situationen: Die Teilnehmergruppen bestehen aus jüngeren Menschen sowie älteren Menschen vor und nach dem Renteneintritt.
  2. Analyse der Gespräche in Hinblick auf förderliches oder hinderliches Kommunikationsverhalten: Die Beobachtungen in den altersgleichen und den altersverschiedenen Teams werden miteinander verglichen. Zusätzlich werden die Gesprächsteilnehmer nach ihren Eindrücken befragt.
  3. Ableitung von Handlungsempfehlungen: Die aus der Analyse und der Befragung abgeleiteten Empfehlungen für gelingende Kommunikation werden den Beteiligten noch einmal vorgelegt und ihre Rückmeldungen eingearbeitet.
Die Ergebnisse

Die erwarteten Handlungsempfehlungen werden zum Abschluss des Projektes im Rahmen einer Fachveranstaltung präsentiert. Sie sollen in zielgruppenspezifische Dienstleistungskonzepte umgesetzt werden, welche wiederum wissenschaftlich begleitet werden.

in Unternehmen bilden die Ergebnisse des Projektes damit die Grundlage, um praxisorientierte betriebliche Lösungswege für eine bessere Kommunikation in altersgemischten Teams zu entwickeln.

Zugunsten älterer Menschen außerhalb des Erwerbslebens sollen die Handlungsempfehlungen bei der Ausgestaltung von Dienstleistungsangeboten genutzt werden, die im therapeutischen Bereich, im Bereich von Altersinterventionen (z.B. kognitive Trainings, Bewegungs- und Bildungsangebote) oder von bürgerlichem Engagement liegen können.

Außerdem bilden die Ergebnisse Ansatzpunkte für weitere Fragestellungen und Projekte sowie für eine forschungsorientierte Lehre in den Studiengängen der Europäischen Fachhochschule.

Die Förderung

Das Projekt beruht auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit der Fachbereiche Angewandte Gesundheitswissenschaften und Wirtschaftwissenschaften an der Europäischen Fachhochschule (EUFH) und wird vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) gefördert (Fördernummer 03FH006SX4, Laufzeit 01.11.2014-31.10.2017).

Der erfolgreiche Projektantrag wurde von Prof. Dr. Monika Rausch (Professur für Primäre Prävention- Gesundheit für Generationen, Fachrichtung Logopädie) und Prof. Dr. Michaela Moser (Professur für das Training sozialer Kompetenzen) in Zusammenarbeit mit der Forschungskoordinatorin Dipl.-Ök. Bettina Führmann in der Förderlinie „Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter“ (SILQUA-FH) im Rahmen des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ gestellt.

Die EUFH hat den interdisziplinären Forschungsschwerpunkt „Demografie und Management“ und bearbeitet das Thema „Alter“ sowohl aus einer wirtschaftlichen und unternehmerischen als auch aus einer linguistisch-logopädischen und gesundheitswissenschaftlichen Perspektive.